Kurz- und langfristige Sicherung des Gewerbestandortes Elz

Antragstext:

Die Gemeindevertretung beauftragt den Gemeindevorstand,

  1. eine Lösung zur Vermittlung von Gutscheinen Elzer Gewerbebetriebe zu initiieren, um die kurzfristige Liquidität der Geschäfte zu erhalten. Diese Gutscheine sollen mit 10 % aus gemeindlichen Mitteln bezuschusst werden (als Aufschlag auf den Gutschein, Auszahlung an den Gewerbebetrieb). Hierfür sollen Mittel bis zu 10.000 € bereitgestellt werden.
     
  2. zur dauerhaften Sicherstellung des Kaufkrafterhalts in der Gemeinde einen digitalen Marktplatz für Elzer Gewerbetriebe einzurichten und für diese Betriebe zunächst über Nutzung geringfügiger Beschäftigungen auch einen Lieferservice zu schaffen. Mittel- bis langfristig sollen die diesen Lieferservice nutzenden Betriebe sich an der Finanzierung angemessen beteiligen.

 

Begründung:

Der von der CDU-Fraktion vorgeschlagene „Elzer Taler“ dient dazu, mittel- bis langfristig Kaufkraft in Elz zu halten. Die Einnahmen aus dem „Elzer Taler“ werden den Elzer Betrieben aber erst mehrere Wochen, wenn nicht sogar erst Monate nach Beendigung der aktuellen Einschränkungen zur Verfügung stehen.

Viele Betriebe sind aber darauf angewiesen, kurzfristig ihre Liquidität zu erhalten. Daher sollte zusätzlich eine Gutscheinbörse eingerichtet werden, bei der die Gutscheine gezielt bei Firmen bezogen und auch direkt an diese bezahlt werden. Damit fließt den Betrieben der Gutscheinerlös direkt und nicht erst zeitverzögert zu.

Wir regen an, dass die Betriebe auf den Gutscheinbetrag einen Zuschuss von bis zu 10 % aus Gemeindemitteln erhalten können. Denkbar wäre, dass der Verkauf dieser Direkt-Gutscheine analog zum „Elzer Taler“ über die Gemeindeverwaltung abgewickelt wird. Dabei könnten analoge Regelungen (z.B. max. Anzahl der Gutscheine je Person) gewährleistet werden. Der reine Gutscheinbetrag sollte dann möglichst zeitnah den teilnehmenden Betrieben durch die Gemeinde überwiesen werden. Nach Abschluss eines noch festzulegenden Zeitraums soll auf die so verkauften Gutscheine ein Zuschuss von bis zu 10 % (bis zu einem von uns angedachten Höchstbetrag von 10.000 €) an die Betriebe ausgezahlt werden. Daneben soll auch die Möglichkeit geschaffen werden, über die für den „Elzer Taler“ vorgesehene Höchstgrenze hinaus weitere Direkt-Gutscheine zu erwerben, die dann aber nicht in die Zuschussberechnung einbezogen werden.

Um auch in Zukunft den Gewerbestandort Elz zu sichern, sollen aus dem Projektfeld „Digitale Dörfer“ mindestens die Teil-Projekte „BestellBar“ und „LieferBar“ umgesetzt werden. Bei „BestellBar“ handelt es sich um einen digitalen Marktplatz, auf dem die lokalen Gewerbetreibenden Ihre Dienstleistungen im Internet anbieten können. „LieferBar“ stellt einen lokalen Lieferservice dar, der für Personen, die die Waren nicht selbst abholen können, diese nach Hause liefert. Dieser Service ist ausdrücklich nicht als Ersatz für z.B. Essens-Lieferservices gedacht, sondern für solche Betriebe, die einen eigenen Lieferservice nicht anbieten können. In der Anfangszeit könnte dieser Lieferservice durch Freiwillige oder bei der Gemeinde als geringfügig beschäftigte Personen abgewickelt werden. Mittelfristig sollten aber auch die nutzenden Betriebe oder der Gewerbeverein in die Finanzierung eingebunden werden.