SPD Elz beantragt Verkauf von Gutscheinen Elzer Gewerbebetriebe durch die Gemeinde sowie die Einrichtung eines digitalen Marktplatzes mit Lieferservice

 Die Elzer SPD will den durch die CDU vorgeschlagenen Elzer Taler durch den Verkauf von Gutscheinen der Elzer Gewerbetriebe ergänzen. SPD-Fraktionsvorsitzender Thomas Lang begründet dies damit, dass die Gewerbebetriebe bereits jetzt Einnahmen zur Sicherung ihrer Liquidität benötigen, nicht erst in den nächsten drei Monaten.

 Nach Meinung der Elzer SPD greift die Idee des „Elzer Talers“ zu kurz. Fraktionsvorsitzender Thomas Lang erklärte, dass viele Gewerbebetriebe jetzt Einnahmen benötigen, um ihre Liquidität zu erhalten und z.B. auch die Gehälter ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter finanzieren zu können. Gutscheine, die dann erst drei Monate nach Ende der aktuellen Beschränkungen eingelöst werden, helfen hier nicht weiter, so Lang. Daher schlägt die Elzer SPD-Fraktion vor, ergänzend auch eigene Gutscheine interessierter Elzer Gewerbebetriebe durch die Gemeinde zu verkaufen und die daraus resultierenden Erlöse jeweils zeitnah den Betrieben auszuzahlen. Auch diese Gutscheine sollen bezuschusst werden. Anders als beim „Elzer Taler“ soll der Zuschlag, der bis zu zehn Prozent betragen soll, aber an die Betriebe als Aufschlag auf die Gutscheine ausgezahlt werden, um damit zusätzlich die Liquidität der teilnehmenden Betriebe zu erhöhen. Insgesamt schlägt die Elzer SPD die Bereitstellung von 10.000 € zur Finanzierung dieses Zuschusses vor.

Um auch langfristig die Kaufkraft für die Elzer Betriebe zu erhalten, soll die Gemeinde in Anlehnung an das Projekt „Digitale Dörfer“ in Rheinland-Pfalz die Teilprojekte „BestellBar“ und „LieferBar“ umsetzen. Bei „BestellBar“ handelt es sich um einen Internet-Marktplatz, auf dem Elzer Betriebe Ihre Produkte und Angebote online präsentieren können. Flankiert werden soll dies durch das Projekt „LieferBar“. Dabei handelt es sich um einen Lieferservice der auf dem Marktplatz bestellten Waren innerhalb der Gemeinde. Damit sollen allerdings nicht die Pizza-Lieferdienste ersetzt werden, sondern ein Angebot geschaffen werden, seine Einkäufe online vor Ort und nicht bei den großen Online-Marktplätzen zu tätigen und trotzdem nach Hause geliefert bekommen zu können, so Lang. Dieser Lieferservice wird bei den Modell-Kommunen meist durch Freiwillige sichergestellt. In der Anfangszeit könnten aber auch bei der Gemeinde angestellte geringfügig Beschäftigte die Auslieferung vornehmen. Mittelfristig sollten sich dann aber auch die den Service nutzenden Betriebe an den Kosten beteiligen. Lang begründete diese Initiative damit, dass es auch nach Aufhebung der aktuellen Beschränkungen lange dauern wird, bis die Betriebe die jetzt ausgefallenen Einnahmen wieder hereinholen können. Daran wird auch ein durch den „Elzer Taler“ ausgelöstes kurzes Strohfeuer nichts ändern. Durch die BestellBar und die LieferBar könnten auch vor Ort die unbestreitbaren Annehmlichkeiten des Online-Handels genutzt und trotzdem die lokalen Betriebe als Auftragnehmer gestärkt werden.

In einem weiteren Antrag fordert die SPD die Einrichtung eines sog. „Fairteilers“ in Elz. Dies sind Standorte, an denen übriggebliebene Lebensmittel von heimischen Geschäften, die aber noch zum Verzehr geeignet sind,  kostenlos abgeholt werden können.

Gerade jetzt, wo die Arbeit der Tafeln massiv eingeschränkt ist, wäre es aus Sicht der Elzer SPD sinnvoll, ein entsprechendes Angebot auch in Elz einzurichten.

Daneben hat die Elzer SPD auf Anregung ihres Faktionsmitgliedes Yvonne Schäfer bei Bürgermeister Horst Kaiser angeregt, dass die Gemeinde auf ihrer Webseite dem Beispiel der Stadt Essen folgend eine Anleitung zum Nähen eins Behelfs-Mund-Nasen-Schutzes veröffentlichen soll. Daneben regt die SPD an, dass die Gemeinde auch als Sammelstelle für geeignete kochfeste Baumwoll-Textilien fungieren solle, um diese dann an Personen, die solche Masken nähen wollen, abzugeben.